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Staatsangehörigkeit und Einbürgerung

Die deutsche Staatsangehörigkeit wird mit der Geburt durch Abstammung von einem deutschen Elternteil erworben (Abstammungsprinzip). Seit dem 01.01.2000 erwerben Kinder ausländischer Eltern die deutsche Staatsangehörigkeit durch Geburt in Deutschland (Territorialprinzip), wenn ein Elternteil bestimmte aufenthaltsrechtliche Voraussetzungen erfüllt (zu den konkreten Voraussetzungen: Migrationsamt. Neben dem Geburtserwerb können hier lebende Ausländerinnen und Ausländer die deutsche Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erhalten.

Einbürgerungskampagne des Bremer Senats

In Bremen erwerben jährlich rund 1.500 Ausländerinnen und Ausländer durch Einbürgerung die deutsche Staatsangehörigkeit. In jüngster Zeit nimmt die Zahl der Einbürgerungen jedoch ab. Nicht nur in Bremen, sondern auch bundesweit wird dieser Trend beobachtet. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, startet der Bremer Senat ab Dezember 2018 eine Einbürgerungskampagne. Zentrales Element ist ein gemeinsames Schreiben des Bürgermeisters und der Bürgermeisterin an diejenigen Ausländerinnen und Ausländer, die die zeitlichen und aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen für eine Einbürgerung erfüllen könnten. Inhalt des Schreibens sind die Voraussetzungen einer Einbürgerung, deren Vorteile sowie die zuständigen Stellen. Das Informationsschreiben wird unabhängig vom Herkunftsland in alphabetischer Reihenfolge des Familiennamens versandt. Daneben ist eine eigene Internetpräsenz für die Einbürgerungskampagne mit Informationen zu Vorteilen und Voraussetzungen einer Einbürgerung sowie dem vorgeschriebenen Verfahren eingerichtet.

Der Bremer Rat für Integration konnte zur Unterstützung einbürgerungsinteressierter Personen sog. Einbürgerungslotsen für diese Kampagne gewinnen. Einbürgerungslotsen sind ehrenamtlich tätige Personen, die selbst eingebürgert wurden und Migrantinnen und Migranten mit Rat und Tat zur Seite stehen. So können sie z.B. zur persönlichen Entscheidungsfindung über den Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit ebenso beitragen, wie auch auf niedrigschwelligem Niveau bei der Antragstellung helfen, bei Unklarheiten vermitteln oder die Menschen im Kontakt mit den eigenen Botschaften unterstützen.

Erfahren Sie mehr über Einbürgerungslotsen beim zuständigen Koordinator beim Bremer Rat für Integration.

Herr Malzum Yalcin

Büro des Bremer Rates für Integration
Am Markt 20
28195 Bremen
im Haus der bremischen Bürgerschaft (Eingang Europapunkt)

Für eine erste Kontaktaufnahme nutzen sie auch gerne unser Onlineformular zur Einbürgerung.
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Warum sollte man sich einbürgern lassen?

Ein wesentliches Merkmal der Demokratie ist es, dass sich möglichst alle in einem Land lebenden Menschen am Willensbildungs- und Entscheidungsprozess beteiligen. Deshalb ist es gesellschaftspolitisch wichtig, dass eine möglichst hohe Deckung zwischen der Wohn- und der Wahlbevölkerung im Land besteht. Die deutsche Staatsangehörigkeit bedeutet die rechtliche Zugehörigkeit natürlicher Personen zum deutschen Staat. Deutsche Staatsangehörige haben Rechte und Pflichten, die für Ausländerinnen und Ausländer nicht oder nur eingeschränkt bestehen. Der deutsche Pass gibt Ausländerinnen und Ausländern - insbesondere denjenigen, die nicht aus Mitgliedsstaaten der Europäischen Union kommen - mehr Sicherheit und einige neue Rechte.

Diese sind vor allem:

  • das aktive und passive Wahlrecht bei Kommunal-, Landtags-, Bundestags- und Europaparlamentswahlen
  • die freie Wahl des Aufenthalts, des Wohnsitzes und des Arbeitsplatzes in Deutschland sowie in allen Ländern der Europäischen Union
  • die Zulassung zu jedem Beruf in Deutschland einschließlich des freien Zugangs zum öffentlichen Dienst und die Möglichkeit, verbeamtet werden zu können
  • die Versammlungsfreiheit, die Vereinigungsfreiheit und das Recht zur Gründung von politischen Parteien sowie
  • die Reisefreiheit ohne Visum in viele Länder innerhalb und außerhalb Europas und den gleichzeitigen Schutz im Ausland durch deutsche Auslandsvertretungen (Konsulate oder Botschaften).

Wer kann sich einbürgern lassen?

Die Einbürgerung erfolgt nur auf Antrag der betroffenen Person. Wer dauerhaft in Deutschland lebt und noch nicht die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, kann ab dem 16. Lebensjahr einen Antrag auf Einbürgerung stellen. Für jüngere Personen müssen die gesetzlichen Vertreter - im Regelfall die Eltern - den Antrag stellen.

Für eine Einbürgerung gelten unterschiedliche rechtliche Voraussetzungen. Diese sind davon abhängig, ob ein gesetzlicher Anspruch auf Einbürgerung besteht oder ob die Einbürgerung im Ermessen der Behörde steht. Da die Voraussetzungen für eine Einbürgerung von der individuellen Situation der Antragstellerin und des Antragstellers abhängen, erfolgt im Land Bremen vor einer Antragstellung eine Erstberatung in der zuständigen Einbürgerungsbehörde.

Erlasse zu Staatsangehörigkeit und Einbürgerung

Hinnahme von Mehrstaatigkeit bei optionspflichtigen Personen nach § 29 StAG (pdf, 84.2 KB)

Einbürgerungserleichterungen für gut integrierte junge Ausländerinnen und Ausländer mit humanitärem Aufenthaltstitel und langjährigem Aufenthalt (pdf, 25.1 KB);

Einbürgerung minderjähriger Einbürgerungsbewerber unter vorübergehender Hinnahme von Mehrstaatigkeit (pdf, 81.8 KB);

Wirtschaftliche Einbürgerungsvoraussetzungen des § 10 Abs. 1 Satz 1 Nr. 3 StAG (pdf, 106.5 KB);

Entscheidung bei Straffälligkeit gemäß § 12a StAG (pdf, 81.7 KB);

Prüfung ausreichender Kenntnisse der deutschen Sprache in Einbürgerungsverfahren (pdf, 91.7 KB);

Für die Stadtgemeinde Bremen ist die zuständige Staatsangehörigkeitsbehörde:

Migrationsamt

Stresemannstraße 48
28207 Bremen

Öffnungszeiten:
Mo 8.00 - 17.00 Uhr
Mi+Do 8.00 - 12.00 Uhr

Für die Stadt Bremerhaven ist die zuständige Staatsangehörigkeitsbehörde:

Magistrat der Stadt Bremerhaven

Bürger- und Ordnungsamt
Stadthaus 5
Hinrich-Schmalfeldt-Straße
27576 Bremerhaven

Kontakt:

Öffnungszeiten:
Mo: 08.00 - 12:00 Uhr und 15.00 - 18.00 Uhr
Mi: 08.00 Uhr - 13.00 Uhr
Fr: 08.00 Uhr - 12.00 Uhr
Termine nach Vereinbarung